top of page
Start

Pressefahrt AfterWork am Bauernhof

Am 22. Juni 2018 war es soweit – die neue Kommunikationsschiene zwischen Stadt und Landwirtschaft „AfterWork am Bauernhof“ wurde MedienvertreterInnen und Multiplikatoren vorgestellt. Im Rahmen einer Pressefahrt konnten sich die TeilnehmerInnen eingehend über Konzept, Ausrichtung und die beteiligten Organisationen informieren. Exemplarisch für „AfterWork am Bauernhof“ wurden der modernste Gurkenbetrieb Österreichs von Familie Flicker sowie der Biohof der Familie Harbich mit tiergerechter Freilandhaltung besucht.

Fotos: Reinhard Geßl

Gartenbau Flicker – der modernste Gurkenbetrieb Österreichs (1220Wien)

 

Der Gärtnereibetrieb von Familie Flicker ist bereits als modernster Gurkenbetrieb Österreichs bekannt! Hier werden auf insgesamt 42.000 m² Glashausfläche Mini-Gurken, die noch kleineren Snack-Gurken und weitere Gurkenspezialitäten für die LGV-Frischgemüse in Wien produziert – insgesamt 10 Tonnen am Tag. Martin Flicker hat den Gärtnerei-Betrieb seiner Eltern vor 33 Jahren übernommen und führt den Betrieb heute bereits in dritter Generation fort. Die ursprünglichen Flächen sind über die Jahre hinweg der Wiener Stadterweiterung zum Opfer gefallen. Heute hat er in Breitenlee in 1220 Wien seine Flächen gepachtet und insgesamt drei moderne Glashäuser gebaut.

Mitte Februar wurden in den neuen Glashäusern heuer die ersten Minigurken gepflanzt, rund 3 Pflanzen stehen auf einem m². Die Gurkenpflanzen wachsen nicht auf Mutterboden, sondern werden in einem Kokos- oder Steinwoll-Substrat angepflanzt. Sie wachsen in einem ausgeklügelten System entlang von Schnüren bis zu 2m in die Höhe und werden bei den täglichen Rundgängen der Erntehelfer laufend geerntet. Dreimal im Jahr werden neue Minigurken im Gewächshaus ausgepflanzt, bei den großen Gurken sind es nur zwei Pflanzungen  im Jahr. Durch diesen gestaffelten Anbau können hier das ganze Jahr hindurch österreichische Gurken für den Handel produziert werden.

Die Gurkenpflanzen brauchen für ihr Wachstum nicht nur viel Licht (18 h am Tag!) und Sonne, auch die richtige Wasserversorgung ist gefragt – so braucht eine Pflanze am Tag ca. 11 Liter Wasser. Hier kommt die computergesteuerte Bewässerungsanlage zum Einsatz, welche alle 9 Minuten rund 2,5 Minuten Wasser zur Pflanze leitet. Das Wasser kommt zur einem Drittel aus einer Regenwassersammelanlage, zu einem Drittel vom Brunnen und das dritte Drittel ist das Wasser, welches bereit bei den Pflanzen war und nach Filterung und Reinigung wieder im System eingespeist wird – so der Wasserkreislauf im Gewächshaus. Der Pflanzendünger wird über die Bewässerungsanlage eingespeist.

Warum sind die österreichischen Minigurken nicht Bio? Ganz einfach, sie wachsen im Gewächshaus nicht auf Mutterboden – und warum nicht? Weil der Boden eine Fruchtfolge brauchen würde, da er sonst nach einer gewissen Zeit komplett ausgelaugt wird. Fruchtfolge heißt, dass von Jahr zu Jahr unterschiedliche Pflanzen mit unterschiedlichen Ansprüchen und Nährstoffbedürfnissen auf einem Standort angepflanzt werden. So kann eine einseitige Nährstoffverarmung, aber auch der Schädlingsbefall  verhindert werden. Apropos Schädlingsbefall, in den Glashäusern werden Nützlinge wie zum Beispiel Schlupfwespen oder Raubmilben ausgebracht. Diese helfen als natürlich Feinde von Blattläusen und Spinnmilben einen Befall vorzubeugen. Chemischer Pflanzenschutz wird nur im Notfall eingesetzt.

Bei einer abschließenden Gurkenverkostung durften die Afterworkler*innen die Vielfalt der Gurken verkosten – Mini-Gurken, Snack-Gurken, mintfarbige Gurken, zweifarbige Gurken u.a.

http://www.stadtlandwirtschaft.wien/betrieb/4325869/gaertnerei-flicker

Fotos: Reinhard Geßl

Biohof Harbich – tiergerechte Nutztierhaltung – von der Aufzucht bis zur Vermarktung (2232 Aderklaa)

 

In der ebenen, ackerbaugeprägten Landschaft des Marchfeldes, die Windräder im Hintergrund, treffen die Afterworkler*innen auf recht ungewöhnliche Bewohner in dieser Gegend: quicklebendige Freilandschweine suhlen sich im Schlamm, sie spielen auf der großen Fläche miteinander und necken sich. Gleich daneben zieht eine große Rinderherde beeindruckend durch die Luzernenfelder!

So schaut die Vielfalt auf dem organisch biologischen Ackerbaubetrieb der Familie Harbich in Aderklaa aus! Auf rund 60 ha wachsen hier nicht nur Getreidefrüchte und Feldgemüse, sondern auch rund 200 Rinder (davon 80 Mutterkühe) und 60 Schweine in Freilandhaltung. Außerdem bewirtschaftet der Biohof noch rund 80 ha Naturschutzflächen.

Als Vinzenz Harbich den Zaun zur neuen Weidefläche öffnet, hüpfen und laufen die Rinder sichtlich erfreut ins frische Luzernen-Feld hinein. Bestes Feldfutter sorgt für die hohe Lebensqualität der Tiere, aber auch für die optimale Fleischqualität. Die Mutterkuhherde der Harbichs besteht aus vier verschiedenen Rinderrassen: Tiroler Graurind, Murbodner, Angus und Aubrac. Die Rinder werden zwei Jahre lang mit größter Sorgfalt aufgezogen, gehalten und schließlich in der hofeigenen Fleischerei geschlachtet. Pro Jahr werden 60 – 70 Stück Rinder geschlachtet. Doch nicht nur das Fleisch sorgt für die „Wertschätzung“ am Betrieb, Vinzenz Harbich betont auch den großen Wert des Rindermists. Dieser wird auf den Feldern ausgebracht und ist das A und O für die Bodenfruchtbarkeit und somit für den Ertrag auf den Ackerflächen.

Während die Rinder den Winter im Offenfrontstall beim Hof verbringen, bleiben die Freilandschweine ganzjährig draußen. Die Kälte macht ihnen durch die dicke Haut nicht viel aus! Auf der Weide steht ihnen eine gut isolierte Hütte zur Verfügung, und die Tiere halten sich gegenseitig durch die Körperwärme warm. Die Schweine sind eine Kreuzung zwischen Schäbisch-Hällisch und Turoc, wobei besonders der Turoc Einschlag die Robustheit der Tiere ausmacht.  

Auf den Ackerflächen werden Ölkürbisse angebaut, die in der Steiermark gepresst werden. Das „Steirisches“ Kürbiskernöl kann man neben dem vorbestellten Frischfleisch und selbstgemachten Wurstspezialitäten und einer feinen Auswahl an Bioprodukten von befreundeten Höfen jeden Freitag im Hofladen einkaufen.

Bei einer gschmackigen Biojause und bei einer Verkostung von Bio-Weinen vom Weingut Hofer aus Auersthal fand die „AfterWork am Bauernhof“ Pressefahrt einen kulinarischen und netten Ausklang.

https://www.weidebeef.at/

Fotos: Reinhard Geßl

bottom of page