




Frühlingsbesuch
bei Vorstadthühnern & Wiener Wein

Freitag, 24. April 2026

Für unseren Auftakt der neuen AfterWork-Saison treffen wir uns bei schönstem Frühlingswetter am Stadtrand von Oberlaa vor dem Prentlhof. Die Stimmung ist von Anfang an entspannt und erwartungsvoll – ein perfekter Start in die neue Saison.
Prentlhof, Oberlaa, Wien
Wir werden herzlich von Katharina und Markus Sandbichler empfangen und erhalten zunächst spannende Einblicke in die österreichische Landwirtschaft von Conny Zipper. Dabei erfahren wir, dass die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe weiterhin sinkt und aktuell bei rund 101.000 liegt. Gleichzeitig setzt sich der Trend zu weniger, dafür größeren Betrieben fort – eine Entwicklung, die sowohl wirtschaftliche als auch strukturelle Veränderungen widerspiegelt.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Stadtlandwirtschaft in Wien: Insgesamt umfasst sie rund 747 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, davon etwa 449 rein landwirtschaftliche Betriebe. Diese leisten einen wichtigen Beitrag zur regionalen Versorgung, zur Pflege der Kulturlandschaft und zur Lebensqualität in der Großstadt.
Anschließend geben Markus und Katharina einen Überblick über ihren biologisch geführten Betrieb. Der Prentlhof bewirtschaftet rund 85 Hektar Ackerfläche und hält unter anderem Angus Lowline-Rinder, rund 700 Bio-Legehennen in mobiler Haltung, Pferde für den Reitbetrieb sowie Kaninchen im Rahmen von „Schule am Bauernhof“. Dieses Angebot stellt ein wichtiges zusätzliches Standbein dar: Kinder und Schulklassen erhalten dabei praxisnahe Einblicke in die Landwirtschaft.
Auch die Produktpalette des Hofes kann sich sehen lassen: Neben frischen Eiern entstehen daraus Bio-Nudeln aus Hartweizen und Dinkel in verschiedenen Formen. Darüber hinaus produziert der Betrieb Wiener Bio-Kürbiskernöl – das erste 100 % reine Kürbiskernöl Wiens in biologischer Qualität –, Bio-Sonnenblumenöl sowie Bio-Knabberkürbiskerne.
Danach brechen wir zu einer Hofführung auf: Zu Fuß geht es zunächst zu den Angus-Rindern, wo wir mehr über diese robuste Fleischrinderrasse erfahren. Weiter geht es zu den „Schule am Bauernhof“-Kaninchen, die nicht nur bestaunt, sondern auch gestreichelt werden dürfen. Hier sprechen wir auch über Futtermittel und lernen den Unterschied zwischen Heu und Luzerneheu kennen: Während Heu vor allem in der Rinderfütterung eingesetzt wird, dient das eiweißreichere Luzerneheu insbesondere als hochwertiges Futter für Pferde.
Unser Weg führt uns weiter an den Feldern vorbei. Dort beschäftigen wir uns mit dem Winterweizen und sprechen über seine Entwicklung im Frühjahr sowie über typische Herausforderungen wie den Ackerfuchsschwanz, ein hartnäckiges Ungras, das im Ackerbau große Probleme bereiten kann.
Bei den sogenannten „Vorstadthühnern“ angekommen, geht es um Themen wie den Schutz vor Fressfeinden – insbesondere dem Marder – sowie die Vorteile mobiler Hühnerställe. Diese ermöglichen eine besonders artgerechte Haltung mit regelmäßig wechselnden Standorten und frischem Auslauf. Ein Highlight ist das anschließende Eierabnehmen: Wie bei einer kleinen Ostereiersuche dürfen wir selbst Hand anlegen und frische Eier aus der Dinkelspreu sammeln.
Zurück am Hof erwartet uns eine wohlverdiente Stärkung: selbstgemachte Hühnersuppe, Kuchen, Linsensalat und das berühmte Oberlaaer Bauernbrot. Man spürt sofort, wie viel Herzblut und Engagement in diesem Familienbetrieb steckt.
Prentlhof
Klederinger Straße 169,
1100 Wien
Weingut und Buschenschank Familie Frauneder, Oberlaa, Wien
Im Anschluss führt uns Katharina zu Fuß entlang der Liesing weiter zum Heurigenbetrieb Frauneder. Dort werden wir bereits von Martin Frauneder empfangen, der gemeinsam mit seiner Schwester Susi den Betrieb leitet. Neben rund 60 Hektar Ackerbau bewirtschaftet die Familie etwa 4 Hektar Weingärten mit insgesamt acht Rebsorten.
Wir erfahren, dass im April im Weinbau vor allem das Austreiben der Reben beginnt – die Knospen öffnen sich, die ersten Triebe wachsen, und es werden wichtige Arbeiten wie das Anbinden und erste Laubarbeiten durchgeführt. Gleichzeitig ist dies eine besonders sensible Phase, da Spätfrost große Schäden verursachen kann.
Im Weinkeller erhalten wir spannende Einblicke in die Weinproduktion, bevor es in die gemütliche Heurigenstube geht. Dort verkosten wir unter anderem einen Grünen Veltliner und einen Wiener Gemischten Satz.
Dabei lernen wir auch, was den Wiener Gemischten Satz DAC ausmacht: Er stammt aus einem Weingarten, in dem verschiedene Rebsorten gemeinsam angebaut, gelesen und verarbeitet werden. Mindestens drei Qualitätsrebsorten wachsen dabei im selben Weingarten, wobei der größte Anteil einer Sorte 50 % nicht überschreiten darf und die drittgrößte Sorte zumindest 10 % ausmachen muss. Anders als bei einer klassischen Cuvée werden die Trauben gemeinsam gelesen und verarbeitet.
Der Wiener Gemischte Satz zählt zu den traditionsreichsten Weinen Österreichs und ist ein Stück Identität der Weinstadt Wien. Seit dem Jahrgang 2013 trägt er den DAC-Status, eine geschützte Herkunftsbezeichnung, die garantiert, dass dieser Wein ausschließlich aus Wien stammt und strengen Qualitätskriterien unterliegt.
Zum Abschluss erzählen Martin Frauneder und Markus Sandbichler, der uns ebenfalls noch begleitet hat, einige Anekdoten darüber, was es bedeutet, Wiener Bauer zu sein. Oft können sich Landwirte aus anderen Bundesländern kaum vorstellen, dass es Landwirtschaft mitten in einer Großstadt gibt. Umso größer ist der Stolz auf ihre Arbeit und ihre Betriebe.
Wir nehmen viele interessante Eindrücke mit und lassen den Abend in geselliger Runde ausklingen. Der Heimweg ist unkompliziert – nur ein paar Busstationen trennen uns von der Rückfahrt – und wir sind uns einig: Ein gelungener Auftakt in die neue AfterWork-Saison.
Weinbau & Buschenschank Familie Frauneder
Oberlaaerstraße 73
1100 Wien
Fotos: R.Geßl, ÖKL, M.Koliha
Fotos: R.Geßl, ÖKL, M.Koliha







































