1/11
Logo_Afterwork.png

Vom Acker ins Krügerl -
Wiener Braugerste für unser Bier

Das war eine geniale AfterWork am Bauernhof Veranstaltung

am 11. Juni 2021!!! Wir verfolgten den Weg der Braugerste
vom Bauernhof bis in die Brauerei zum Bier.

Getestet und geimpft stiegen nach dem Check durch
die Corona-Beauftragte 20 TeilnehmerInnen in den Autobus,

der uns in den 22. Bezirk zum Landwirtschaftsbetrieb des

Schottenstiftes führte.

Schottenobst, 1220 Wien

Am Betrieb Schottenobst wurden wir herzlich von Güterdirektor DI Bernhard Schabbauer unter alten Linden auf der Wiese im Innenhof empfangen. Das Schottenkloster wurde 1155 an der Freyung gegründet und dem Stift wurden landwirtschaftliche Flächen zur Selbstversorgung übergeben.1697 hat Abt Sebastian beschlossen in Breitenlee auf 150 Joch (=ca. 80 ha) einen gemischten Betrieb mit Tierhaltung, Wein- und Ackerbau für die damals über 100 Beschäftigten zu betreiben. Heute bewirtschaftet das Stift 500 ha Acker und 80 ha Obstanlagen (Kirschen, Weichseln, Zwetschken, Marillen und Äpfel) in Wien und NÖ. Rund 20 Personen sind ständig am Betrieb tätig, davon 2 Angestellte für den Ackerbau. Der Obstbau sowie die Direktvermarktung im Hofladen sind personalintensiver. Die Flächen liegen schön arrondiert und der Betrieb wird mit einer vielfältigen Fruchtfolge und besonderem Augenmerk auf die Bodengesundheit konventionell bewirtschaftet.

In der Kirschenplantage beim Hof durften wir die süßesten Kirschen direkt vom Baum pflücken und lernten viel über die Herausforderungen im Obstbau: Von Frostberegnung bis Vogelschreianlage, von Veredelung bis Bestäubung und von den Überlegungen auf „bio“ umzustellen.  Nach der Produktverkostung und einem Einkauf im wunderschönen Hofladen fuhren wir zum eigentlichen Grund unseres Besuches - zum Braugerstenfeld! Wir konnten perfekt den Unterschied zwischen dem blühenden Weizen einerseits und der reifenden Braugerste andererseits sehen. In der Regel hat Gerste ein gesenktes Haupt und lange Grannen und Weizen ist aufrecht und ohne (oder kurzen) Grannen.

Der Betrieb Schottenobst ist einer von 17 Ackerbaubetrieben in Wien, die im Rahmen eines Projektes der Wiener Landwirtschaftskammer in Kooperation mit der Ottakringer Brauerei seit 2019 Braugerste für das Bier „Wiener Original“ anbauen. Die gedroschene Braugerste wird direkt in die STAMAG (Stadlauer Malz AG) im 22. Bezirk geliefert und dort vermälzt. Beim Mälzen wird Gerste angefeuchtet, dann beginnt sie zu keimen und anschließend wird sie gedarrt.

Landwirtschaftsbetriebe Stift Schotten
Breitenleer Str. 247, 1220 Wien

Öffnungszeiten Hofladen:
Jetzt in der Kirschenzeit von Montag bis Freitag 9-18 Uhr und Samstag 9-13 Uhr
Ansonsten Freitag 9-18 Uhr und Samstag 9-13 Uhr

https://www.schotten.wien/schottenobst

Fotos: Reinhard Geßl, ÖKL

100 Blumen Brauerei, 1230 Wien

 

Als Einstimmung auf den Brauereibesuch bekamen die TeilnehmerInnen bei der Weiterfahrt im Bus von Projektleiterin Kornelia Zipper noch Informationen zur österreichischen Bierproduktion, zum Bierkonsum und über die Österreichische Brauunion und weltweite Brauereikonzerne.

Bei der jungen Brauerei in der alten Klavierfabrik wurden wir vom engagierten Mitgründer Kasper freudig empfangen. Er schilderte uns lebhaft die Vorgeschichte der 2016 gegründeten 100 Blumen Brauerei. Nach der Matura begaben sich er und seine vier Freunde nach England und in andere Länder um unterschiedlichste Biere und Pub-Kulturen kennen zu lernen. Sie begannen in ihren Küchen neben dem Studium selbst Bier zu brauen, und aus dem Hobby wurde Leidenschaft und aus Leidenschaft wurde Berufung. Seit der Brauereigründung 2016 (Bierbrauerei ist ein freies Gewerbe) haben sie bereits 19 verschiedene Biere nach verschiedensten Rezepten erfolgreich gebraut. Sie betreiben die Brauerei zu 5t mit 6 Ausschankleuten.

Kasper führte uns ins Malzlager. Die 100 Blumen Brauerei bezieht ihre Basis- und Spezialmalze von der STAMAG. Die vermälzte Gerste gibt dem Bier den Geschmack und wir konnten unterschiedliches Malz kosten. Bei der hochinteressanten Brauereiführung erklärte uns Kasper den Weg der Gerste zum Bier der an Brautagen um 5 Uhr früh beginnt: Vom Schroten des Malzes über das Einmaischen in der Braumaschine, das Läutern im Läuterbottich, vom Kochen der Würze, von der Beigabe des Hopfens (dieser wurde früher zur Haltbarmachung beigesetzt und heute praktisch als „Gewürz“) und von der ober- und untergärigen Hefe bis hin zur Gärung und Abfüllung. Derzeit werden in der 100 Blumen Brauerei 21.000 Liter Bier im Monat gebraut und sie ist mittlerweile nach der Ottakringer Brauerei die zweitgrößte Brauerei in Wien. Das wunderbare Bier gib es bereits im Lebensmittel-einzelhandel und in vielen Gastronomiebetrieben.

Der schöne Name der Brauerei kommt von einem chinesischen Sprichwort: „Nicht eine Blume braucht man für einen Frühling sondern 100 Blumen“. Bei der gemütlichen Bierverkostung konnten wir uns zum Abschluss auch noch vom guten „Mundgefühl“ der verschiedenen Sorten überzeugen.

100 Blumen Brauerei GmbH
Endresstraße 18, 1230 Wien

Ausschank bei der Brauerei ist jeden Donnerstag, Freitag und Samstag ab 16 Uhr.

https://www.100blumen.at/

Fotos: Reinhard Geßl, ÖKL