© 2018, ÖKL, Afterwork am Bauernhof

Impressum:
ÖKL – Österreichisches Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung

A-1040 Wien, Gußhausstraße 6;  Tel: + 43 1 5051891, Fax: + 43 1 5051891-16, E-Mail: office@oekl.at

Copyright:

Alle Fotos und Texte auf dieser Homepage unterliegen dem ausdrücklichen Urheberrecht des ÖKL. Bei Verwendung von Auszügen ist ausnahmslos eine schriftliche Genehmigung des ÖKL einzuholen.

Ausgenommen sind Fotos von Pixabay, welche Bilder und Videos frei von Urheberrechten mit anderen teilt. Die Quellenangabe ist freiwillig.

Bund_Länder_EU_BMNT_ELER.jpg
 
1/14

Ku(h)nterbunter Herbstausflug - 12. Oktober 2018

Bei strahlend schönem Herbstwetter führte uns unsere AfterWork Landpartie in den bunten Biosphärenpark Wienerwald und nach Tribuswinkel zu sehr unterschiedlichen und spannenden Betrieben.

Biohof Edibichl in Altenmarkt, NÖ

 

Der Betrieb inmitten des Biosphärenparks Wienerwald wird von Familie Kocher seit 1994 biologisch bewirtschaftet. Der Betrieb verfügt über 55 ha, davon 21 ha Eigengrund. Vor mittlerweile 10 Jahren stieg der Betrieb in die Bisonhaltung ein. Ein interessanter Fernsehbericht über Bisonfleisch im Jahr 2005 weckte das Interesse des ehemaligen Betriebsführers. Da es jedoch sehr schwierig ist Bisons zu bekommen, dauerte es 3 Jahre bis das erste Tier im Jahr 2008 vom Tiergarten Schönbrunn auf den Hof kam. Mittlerweile werden 63 Bisons, 35 Rinder und einige Mangalitza-Schweine am Betrieb gehalten und zur Gänze über den eigenen Hofladen vermarktet. Derzeit gibt es etwa 2000 Bisons in Österreich, wobei der Biohof Edibichl der größte Betrieb ist. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Bisonfleisch in Österreich werden jedoch 95 % vom Ausland importiert.


Ausgewachsen sind Bisons mit 8 Jahren und etwa 1100 kg. Sie sind mit etwa 4 Jahren und 600 kg schlachtreif. Die Ausschlachtung beträgt zirka 50 % und das Fleisch ist magerer wie Hühnerfleisch.

Am Biohof Edibichl werden pro Jahr 12 Bisons geschlachtet und im eigenen Hofladen verkauft. Bei der Schlachtung ist es sehr wichtig, dass der Weg von der Schussabgabe auf der Weide bis zum Schlachtraum maximal 45 Minuten dauert.
Die früher sehr starke Bejagung in Amerika führte beinahe zur Ausrottung der Bisons. Aufgrund des sehr kleinen Genpools ist die Bisonzucht sehr herausfordernd für die Züchter. Aus diesem Grund versucht der Betriebsführer derzeit ein europaweites Herdebuch für Bisons aufzubauen. Um die Abstammungen nachweisen zu können, werden den Bisonkälbern bei der Ohrmarkengabe auch Gewebeproben entnommen.

Nach der interessanten Führung des jungen Betriebsführers mit Besichtigung der Bisons bestand die Möglichkeit köstliche Bison-Spezialitäten zu verkosten und im Hofladen zu kaufen.

 

www.meinfleisch.at

Fotos: Reinhard Geßl und ÖKL

Familie Osterer in Tribuswinkel, Niederösterreich

 

Maria und Leopold Osterer bewirtschaften auf ihrem Hof 52 ha Ackerflächen. Die Besonderheiten des Hofes sind zum Einen der Kürbisanbau und die -vermarktung und die Tierhaltung im Ort. Der Betrieb ist mittlerweile der einzige tierhaltende Betrieb im Ort und mästet derzeit 60 Fleckviehstiere auf Stroh. Die Stiere werden im Alter von 6-8 Wochen und einem Gewicht von 90-100 kg gekauft und bis zu einem Alter von 18 Monaten und ca. 800 kg gemästet. Geschlachtet werden Stiere in einem Schlachthof in Graz oder in Rupprechtshofen (NÖ). Ein größerer Stallumbau ist nicht möglich, da sich der Betrieb mitten im Ortsgebiet befindet und ein Stallumbau bzw. –neubau hier nicht mehr genehmigt werden würde. Zusätzlich zur Landwirtschaft bietet der Betrieb auch „Schule am Bauernhof“ für interessierte Schulklassen an. Vor allem im Frühjahr und Herbst ist Maria Osterer dadurch ziemlich ausgelastet. Im Gegensatz zu den Eltern würden die beiden Söhne den Betrieb zukünftig gerne biologisch weiterbewirtschaften.

Ein Sohn hat schon einen Teilbetrieb, auf dem er v.a. biologischen Gemüsebau betreibt. In Zukunft würde er gerne einen Weg zur besseren Vermarktung seines Biogemüses finden. Zusätzlich möchte er gerne auf Mutterkuhhaltung umstellen, um einen betriebseigenen Wirtschaftsdünger für seine Ackerflächen zur Verfügung zu haben.

Der zweite Sohn ist leidenschaftlicher Imker und hat sich vor Kurzem einige Zwergzebus gekauft. Mit den Zwergzebus nimmt er gerade am ÖKL-Kurs „Tiergestützte Intervention“ teil, um sie zukünftig für Kindertherapien verwenden zu können.

Ein sehr spannender Betrieb, bei dem unterschiedliche Einstellungen innerhalb der Familie offen diskutiert und auch akzeptiert werden. Während die Eltern sehr von ihrer konventionellen Haltung überzeugt sind, wollen die Söhne den Betrieb gerne komplett auf biologische Wirtschaftsweise umstellen.

Fotos: Reinhard Geßl und ÖKL

Weinbau Bartmann in Tribuswinkel, Niederösterreich

 

Der Abschluss der AfterWork-Landpartie fand im Heurigen der Familie Bartmann statt. Nach einer kurzen Betriebsbeschreibung inklusive Verkostung von Traubensaft, Sturm, „Staubigem“ und verschiedenen Weinen erfolgte der gemütliche Ausklang im Heurigenstüberl bevor es wieder zurück nach Wien ging.

www.weinbau-bartmann.at

Fotos: Reinhard Geßl und ÖKL